DEUTSCH-HONDURANISCHE GESELLSCHAFT e.V.
Abgeschlossene Projekte
Dentomobil - Fahrbare Zahnarztpraxis


Bei dem Dentomobil handelt es sich um einen ausrangierten Rettungswagen, der von der Feuerwehr Oberhausen großzügig zur Verfügung gestellt wurde. Norbert Wormuth von der Firma W&H Fahrzeugtechnik rüstete ihn im Anschluss mit einem Behandlungsstuhl und medizinischen Geräten zu einer rollenden Zahnarztpraxis um. Im Juli 2006 konnte das Dentomobil dann von Dr. Verena Voigt im honduranischen Hafen Puerto Castillo entgegengenommen werden. Dr. Verena Voigt hatte sich für dieses Projekt als freiwillige Zahnärztin zur Verfügung gestellt, um, wie sie selber sagte, für ein paar Monate „Zahnmedizin in ihrer reinen Form zu betreiben“.

Begleitet wurde die junge Medizinerin bei ihren Fahrten immer von einem honduranischen Feuerwehrmann, der nicht nur als ortskundiger Fahrer und Navigator diente, sondern auch aus Sicherheitsgründen mitreiste. Die Bomberos, Feuerwehrmänner, aus El Progreso, zu denen seit knapp 40 Jahren eine enge Freundschaft besteht, spielten auch sonst eine zentrale Rolle in diesem Projekt. Sie organisierten Aufenthalte und Verpflegungen in den teilweise abgelegenen Dörfern und waren für die Wartung und Pflege des Dentomobils zuständig. Aufgrund eines benzinbetriebenen Generators konnten die Untersuchungen im Dentomobil sogar in abgelegenen Bergdörfern ohne Strom stattfinden. Der Weg dorthin führte häufig über unebene Schotterpisten, die eine regelmäßige Kontrolle des Wagen unumgänglich machten.

Die Patienten kamen von weit her, zu Fuß, auf dem Esel oder Mulis und warteten geduldig, um die kostenlose Zahnversorgung in Anspruch zu nehmen. Dr. Verena Voigt gab zudem Hygiene Unterweisungen und Ernährungsberatungen. Sie berichtete, dass viele Familien häufig gar keine Zahnbürsten besaßen oder sich eine mit der ganzen Familie teilten. Dazu kamen 30 Grad Hitze und 100% Luftfeuchtigkeit, die die hygienischen Umstände nicht gerade verbesserten.  

In den deutschen Semesterferien bekam die junge Ärztin zusätzliche Unterstützung von vier Zahnmedizinstudenten der Universität Münster. Irene Janssen und Dr. Verena Voigt hatten hier im Januar das Projekt vorgestellt und angeboten, die Betreuung von Famulanten in Honduras zu übernehmen, die gleichzeitig von der Universität in San Pedro Sula betreut wurden. Jeder Zahnmedizinstudent muss im Laufe seines Studiums eine bestimmte Anzahl von Zähnen ziehen. Da in Deutschland dank der guten Prophylaxe diese zahnärztliche Leistung seltener geworden ist, waren die Studenten froh über dieses einmalige Angebot. Eine Studentin berichtete, dass sie in den ersten 5 Wochen ihres Aufenthaltes bereits 300 Zähne gezogen hatte.

Nach zehn Monaten kehrte Dr. Verena Voigt zurück nach Deutschland. Das Projekt sollte damit aber nicht zu Ende gehen: Das Dentomobil wurde nach Tegucigalpa gebracht, wo das Projekt von einer honduranischen Zahnärztin weitergeführt wurde. Für die reibungslose Fortführung der Fahrten in die abgelegenen Regionen wurde sie von der DHG mit den notwendigen Medikamenten und Utensilien unterstützt. Mit dieser Unterstützung war es der honduranischen Zahnärztin zudem möglich, eine kleine Zahnarztpraxis in Tegucigalpa zu eröffnen.

Schauen Sie auch unter: www.praxis-sarbock.de/ueber-uns/honduras.html

eingetragen von Maxi, 09.10.2015, 19:09 Uhr
 
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