DEUTSCH-HONDURANISCHE GESELLSCHAFT e.V.
Abgeschlossene Projekte
Wasserprojekt in Nueva Palmira

Vorgeschichte

Der Weiler Nueva Palmira gehört zur Gemeinde Victoria, in der die DHG seit ihrer Gründung mit verschiedenen Projekten präsent ist. Der Weiler mit seinen rd. 270 Einwohnern - überwiegend Indios vom Stamme der Tepimechin - wurde nach dem Hurrikan Mitch oberhalb des Flusses Jacugua errichtet. Für die Familien, die bis dahin verstreut weiter oberhalb in den Bergen gewohnt hatten, wurde Nueva Palmira zur neuen Heimat. Die einfachen Lehmhäuser ohne festen Boden verfügen alle über eine Latrine und dank einer Zisterne haben die Bewohner ganzjährig Wasser zum Waschen und Kochen. Ein Zeitpunkt für den Anschluss ans Stromnetz ist nicht abzusehen und der Fußweg von der nächsten Haltestelle des Überlandbuses beträgt ungefähr eine Stunde.

Mit finanzieller Unterstützung der DHG haben die Bewohner von Nueva Palmira weitgehend in Eigenleistung 2000/2001 für ihre rd. 70 Kinder eine Primarschule gebaut und das honduranische Erziehungsministerium hat sich gleichzeitig vertraglich gegenüber der DHG verpflichtet, zwei Lehrer zu stellen. 

Projektidee

Nach Fertigstellung der Schule äußerten die Bewohner von Nueva Palmira gegenüber Vertretern der DHG den Wunsch, ihnen beim Bau eines Brunnens behilflich zu sein, um rd. 11 Hektar Ackerfläche zwischen dem Weiler und dem Fluß Jacagua ganzjährig landwirtschaftlich nutzen und damit die Versorgungslage nachhaltig verbessern zu können.

Da nach Aussagen von honduranischen Fachleuten die Bodenqualität gut ist und auch ganzjährig genügend Wasser verfügbar ist, griff die DHG die Projektidee auf und fand in der Pfarre St. Vitalis in Köln-Müngersdorf einen Partner, der bereit war, dieses Projekt zu realisieren. Bei weiteren Vor-Ort-Besuchen und in enger Kooperation mit dem Landwirtschaftsministerium in Tegucigalpa wurde dann ein den lokalen Gegebenheiten angepasstes Projektkonzept entwickelt. Statt eines Brunnens mit einer pflegeintensiven Pumpe und dem erforderlichen Generator wurde nun geplant, unter Ausnutzung des natürlichen Gefälles eine etwa 2 km lange Wasserleitung mit anschließendem Bewässerungssystem zu bauen.

Das Projekt

Die geschätzten Gesamtkosten des Projektes beliefen sich auf rd. $20.000. Dieser Betrag stand durch Spenden und Kollekten in St. Vitalis sowie Unterstützung durch das Bistum Münster zur Verfügung. Voraussetzung für die Realisierung des Projektes waren drei Vereinbarungen, die die DHG nach langwierigen Verhandlungen Ende 2006 abschloss:

1. Vereinbarung mit der Gemeinde von Nueva Palmira

Kernelemente dieser Vereinbarung sind die Eigenleistungen der Campesinos beim Bau der Wasserleitung und die genossenschaftliche Nutzung der bewässerten Fläche.

2. Vereinbarung mit dem Landwirtschaftsministerium

Das Ministerium, das aus eigenen Mittel bereits die Machbarkeitsstudie erstellt hat, übernimmt auf der gleichen Basis auch die technische Bauleitung.

3. Vereinbarung mit der Gemeinde von Victoria

Die Gemeinde, an deren Spitze als Bürgermeister seit Anfang 2006 ein erfahrener Agraringenieur steht, übernimmt die landwirtschaftliche Beratung der Campesinos. Durch die Einbindung der Gemeinde erhalten wir außerdem die Befreiung von der 12%igen Verkaufsteuer auf das Material, auf das ca. 90% der Gesamtkosten des Projektes entfallen.     

Schlussbemerkung

Nach der Realisierung des Projektes - im 1. Halbjahr 2007- wird es den Bewohnern von Nueva Palmira erstmals möglich sein, statt der bisher einmaligen und sehr wetterabhängigen Maisernte die dann bewässerte Ackerfläche ganzjährig zu nutzen und neben Mais Früchte wie Tomaten, Paprika und Zwiebeln anzubauen und diese teilweise auch auf umliegenden Märkten zu verkaufen. Dies bedeutet eine nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen für diese bisher am Existenzminimum lebenden Indios und verringert auch den Zwang, zu äußerst niedrigen Löhnen als Pflücker in den häufig mehrere Tagesmärsche entfernten Kaffeeplantagen zu arbeiten.

Gleichzeitig wird durch die Eigenleistungen beim Bau der Wasserleitung und die auf genossenschaftlichen Prinzipien beruhende gemeinsame Nutzung der Ackerfläche das bisher nur schwach entwickelte Gemeinschaftsgefühl weiter gestärkt. 

eingetragen von Maxi, 09.10.2015, 16:13 Uhr
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