DEUTSCH-HONDURANISCHE GESELLSCHAFT e.V.
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Universitätskooperation

Vertiefung der wissenschaftlichen Beziehung: der Höhepunkt der erfolgreichen Hondurasreise der Deutsch-Honduranischen Gesellschaft e.V. mit der Katholischen Hochschule NRW (KatHO NRW) ist die Unterzeichnung eines Partnerschaftsvertrages. Die Brücke NRW – Honduras steht.

Irene Janssen, die Vorsitzende der Deutsch-Honduranischen Gesellschaft mit Sitz in Münster, freut sich über den erfolgreichen Abschluss eines harmonischen Besuchs: Prof. Dr. Hans Hobelsberger und Kardinal Óscar Andrés Rodríguez Maradiaga reichen sich nach der Unterzeichnung eines strategischen Abkommens die Hände. Die Deutsch-Honduranische Gesellschaft hatte während des NRW-Besuchs von Kardinal Óscar Andrés Rodríguez Maradiaga im vergangenen September den Kontakt zur KatHO in Münster hergestellt und eine akademische Partnerschaft zwischen NRW und Honduras angeregt.

 

Dinge gemeinsam angehen und Beziehung zwischen den Ländern vertiefen

„ … es geht nicht darum, Dinge nur zu können, es geht darum, sie zu tun.“ So begann der Rektor der Katholischen Universität Honduras (UNICAH), Dr. Elio David Alvarenga Amador, die Vorstellung seiner Hochschule anlässlich des Besuchs der Leitung der Katholischen Hochschule NRW, der auf Einladung Seiner Eminenz Kardinal Óscar Andrés Rodríguez Maradiaga im Februar stattfand.

Prof. Dr. Hobelsberger, der Rektor der KatHO NRW, und Bernward Robrecht, deren Kanzler, hatten gemeinsam mit ihren Teams den Weg nach Zentralamerika auf sich genommen, um in Fachgesprächen und persönlichen Begegnungen mit den Dekan_innen und Abteilungsleiter_innen der UNICAH Optionen und Wege der Zusammenarbeit auszuloten. Ermöglicht wurde die Reise durch die Vermittlung und Vorbereitung der Deutsch-Honduranischen Gesellschaft, deren Vorsitzende Irene Janssen der Delegation während des gesamten Aufenthalts mit Rat und Tat zur Seite stand und das Programm der Reise organisiert hatte. Dass auch der Vorsitzende des Verwaltungsrates der KatHO NRW, Domkapitular Hans-Bernd Köppen (Münster), an der Reise teilnahm, unterstreicht die Unterstützung des Trägers für die weitere Internationalisierungsstrategie der Hochschule.

„Ich bin überglücklich über den Verlauf unserer Reise. Neben der Unterstützung von konkreten Hilfsprojekten im Land sehen wir es als eine unserer wichtigsten Aufgaben Brücken zwischen Honduras und Deutschland herzustellen und gemeinsame Projekte auf den Weg zu bringen. Daher freue ich mich außerordentlich, dass es gelungen ist den Kontakt zwischen den Hochschulen zu vermitteln. Wissenschaft und Bildung sind die entscheidenden Voraussetzungen für positive Entwicklungen in beiden Ländern. Auch in Zukunft wollen wir Partnerschaftsprojekte auf den Weg bringen. Neben Partnerschaften auf Ebenen der Städte, nun auch der Wissenschaft, wollen wir in Zukunft auch verstärkt Unternehmen beider Länder in ihrem wirtschaftlichen Austausch unterstützen. Zum Wohl beider Länder!“ Sagt die Vorsitzende der Deutsch-Honduranischen Gesellschaft Irene Janssen, die zugleich auch Honorarkonsulin für Honduras in NRW ist.

 

Ergebnisse die zählen

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Vereinbart wurde der Aufbau gemeinsamer Lehr-, Forschungs- und Entwicklungsprojekte in den Bereichen Inklusion von Menschen mit Behinderung, die Beratung in der Sozialen Arbeit und Psychologie sowie die Zusammenarbeit im Bereich E- und Blended Learning. Besiegelt wurde die Zusammenarbeit durch die feierliche Unterzeichnung eines strategischen Abkommens. Erste konkrete Projekte sollen bereits im Laufe des Jahres 2017 Kontur annehmen.
In einem Fernsehinterview im Anschluss an die Unterzeichnung des Kooperationsabkommens betonten Kardinal Óscar Rodríguez und Rektor Hobelsberger, dass die Zusammenarbeit vom gemeinsamen Streben nach der Verwirklichung der Menschenwürde und Menschenrechte getragen sei. Das sei letztlich der gesellschaftliche Auftrag katholischer Universitäten.

Die KatHO NRW erhält mit der Katholischen Universität von Honduras einen hoch interessanten und vitalen Kooperationspartner. 1993 mit minimalen finanziellen Mitteln gegründet, hat sich die UNICAH in nur zwei Jahrzehnten zu einer angesehenen Einrichtung der höheren Bildung in Honduras entwickelt. Mit 17.000 Studierenden an neun Standorten leistet sie einen unverzichtbaren Beitrag zur Herausbildung einer akademisch gebildeten Schicht in dem lateinamerikanischen Land, in dem die durchschnittliche Dauer des Schulbesuchs immer noch niedriger ist als in allen anderen Nachbarländern. Die Ausrichtung der UNICAH an der Glaubens- und Soziallehre der Kirche zeigt sich im Engagement ihrer Hochschulangehörigen: Für die Studierenden aller Fächer sind Vorlesungen in Philosophie und Theologie ein verpflichtender Bestandteil ihrer Ausbildung. Darüber hinaus leisten die Studierenden aller Fächer vor dem Abschluss ihres Studiums qualifizierte Praktika in Stadtteilen mit hoher Armutsrate oder auf dem Land. Unter fachlicher Anleitung ihrer Professor_innen wenden die zukünftigen Absolvent_innen die im Studium erworbenen Kenntnisse an und üben gleichzeitig Solidarität. Sie geben das weiter, was sie durch ihre Ausbildung erhalten haben. Damit sucht die Universität zu verwirklichen, was sie sich auf ihre Fahnen geschrieben hat: zum Aufbau einer solidarischen Gesellschaft beizutragen, in der die Menschen überleben und gut leben können.

Umfangreiches Besuchsprogramm um Land und Leute kennenzulernen

Neben den Kontakten zur UNICAH standen Besuche bei einigen durch die Deutsch-Honduranische Gesellschaft unterstützten Sozialprojekten auf dem Programm. Das von Thomas Drews, einem Priester aus Münster, gegründete Kinderdorf Hogar San Rafael in der Diözese San Pedro Sula im Norden des Landes bietet elternlosen und vernachlässigten Kindern ein neues Zuhause, in dem sie umfassend betreut werden. Durch die Möglichkeit, den Kindergarten, die Grundschule und die weiterführende Schule zu besuchen, erhalten sie wichtige Grundlagen dafür, in ihrem späteren Leben den eigenen Weg sinnbringend zu gestalten.

Die Vereinten Nationen schätzen, dass fünfzig Prozent der Kinder in Honduras unterernährt sind. Unwissenheit und Armut sind die Hauptursachen hierfür. Einen Beitrag zur Minderung dieses Problems leistet die US-Amerikanerin Ana Aleman mit ihrem beeindruckenden Lebensengagement für die Rechte von Kindern zusammen mit Freiwilligen in zwei Heimen in El Progreso im Distrikt Yoro. Das Haus Las Mercedes Principe de la Paz nimmt unterernährte Kleinkinder auf, ernährt sie und versorgt sie medizinisch, bis sie entweder in ihre Herkunftsfamilien zurückkehren oder in eine weiterführende Einrichtung, in das nahe gelegene Hogar Suyapa, umziehen können. Präventive Gemeinwesenarbeit und Gesundheitsbildung in den Familien gehören wesentlich zur Arbeit von Ana Aleman. Darüber hinaus besuchte die Delegation das von der Schwesterngemeinschaft Hermanas de Jesús Buen Samaritano geleitete Haus für behinderte Menschen in San Pedro Sula.

Das Bild, das Statistiken von Honduras zeichnen, ist geprägt von Armut, Korruption, Gewalt und Monokulturen. Die Offenheit und Gastfreundschaft der Menschen, der Reichtum der Natur, das Engagement der Wissenschaftler_innen und Hochschulmitarbeiter_innen und die Hingabe der Projektmitarbeiter_innen zeigten den Teilnehmer_innen der Reise das Land aus anderer Perspektive, das zweifellos wertschätzende Aufmerksamkeit unsererseits verdient. 


 
eingetragen von Maxi, 10.03.2017, 10:48 Uhr
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