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Die Menschen

Was die ethnisch-kulturelle Zusammensetzung der Bevölkerung betrifft, lassen sich in Honduras drei ethnisch-kulturelle Großgruppen ausmachen: Ladinos, Indígenas und Afro-Honduraner (unter anderem garífunas). Diese Großgruppen unterscheiden sich (teilweise) in Hautfarbe und Physiognomie sowie kulturell und sprachlich voneinander.

Weiße, Mestizen indianisch-europäischer Abstammung und kulturell assimilierte indígena-Nachkommen bilden zusammen die Gruppe der Ladinos. Der Begriff spielt auf die vom Lateinischen abstammende spanische Muttersprache (Lateinisch - latino - ladino) dieses Bevölkerungsteils an. Die Ladinos stellen mit Abstand die größte der drei ethnisch-kulturellen Großgruppen dar (ca. 90 % der Bevölkerung). Die politische und sozioökomische Elite des Landes rekrutiert sich so gut wie ausschließlich aus diesem Teil der Bevölkerung. Der sehr kleine Anteil (ca. 1 %) "rein" europäisch- (d.h. meist spanisch-)stämmiger Honduraner ist in der schmalen Mittel- und Oberschicht stark überrepräsentiert. Immer häufiger finden allerdings auch dunkelhäutigere ladinos (auf dunkle Hautfarbe nicht-afrikanischstämmiger Personen wird meist mit dem Wort "trigeño" Bezug genommen) ihren Weg in Spitzenpositionen von Politik und Wirtschaft. Der derzeitige Staatspräsident, Ricardo Maduro, ein Mestize, ist ein Beispiel dafür.
Weitgehend integriert in die Großgruppe der ladinos ist die kleine Anzahl von Nachfahren christlich-palästinensischer Einwanderer, in Honduras meist fälschlich als "turcos" (Türken) bezeichnet. Die wenigen Familien, die sich zu dieser (insgesamt zwischen 175.000 und 300.000 Personen starken) Gruppe zählen, konzentrieren sich hauptsächlich im wirtschaftlichen Zentrum des Landes, in und um San Pedro Sula, und haben oftmals Schlüsselpositionen in Industrie und Handel, verschiedentlich auch in der Politik inne. Sie stellen kulturell keinen Fremdkörper in der spanisch-katholisch dominierten Gesellschaft dar, weil die um 1900/1920 und in einer zweiten Welle um 1947 (Staatsgründung Israels) eingewanderten Familien sich in Sprache, Sitten usw. weitgehend assimiliert haben.

Während sich die Mittel- und Oberschichten aus Weißen und Mestizen zusammensetzen, herrschen in den städtischen Unterschichten Mestizen und indígena-Nachfahren vor. Aus ihnen speist sich das Überangebot an Arbeitskraft für den informellen Sektor und für die maquila-Industrie. Auch auf dem Land machen sie, hier jedoch zusammen mit den Angehörigen der indígena-Gemeinschaften, die größte Gruppe unter der benachteiligten Bevölkerung aus.