DEUTSCH-HONDURANISCHE GESELLSCHAFT e.V.
Presse
09.12.2016, 13:55 Uhr | WLV - Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband e.V.
Junger Honduraner sammelt praktische Erfahrungen auf dem Hof Kreuzheck
24-jähriger Landwirt verbringt ein Jahr zwischen Schweinen und Rindern in Gievenbeck
Rund 9.000 km hatte der 24 alte Arnaldo Andrade zurückgelegt, ehe er aus seiner Heimat Honduras in Münster-Gievenbeck auf dem Hof von Norbert Kreuzheck ankam. Dabei war die Reisedauer von mehr als 33 Stunden weniger beschwerlich, als die langwierige und komplizierte Vorbereitung des Aufenthaltes in Deutschland. Nachdem der junge Honduraner sein Studium der Agrarwissenschaften in Honduras abgeschlossen hatte und zwischenzeitlich auch zwei Auslandssemester auf einem Agrar-Betrieb in den USA verbracht hatte, war es sein Traum, Erfahrungen auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in Deutschland zu sammeln. Mit Hilfe von Irene Janssen, Präsidentin der Deutsch-Honduranischen Gesellschaft und Honorarkonsulin für Honduras, nahm er Kontakt zum Landwirtschaftlichen Kreisverband Münster auf. 

„Über die Anfrage aus der Ferne haben wir uns sehr gefreut, aus einem so exotischen Land wie Honduras erreichen uns nämlich nicht täglich Gesuche für ein Praktikum. Das breite Aufgabenspektrum unseres Berufes hält interessante und vielfältige Berufs- und  Weiterbildungsmöglichkeiten bereit und so haben wir natürlich sehr gern alle Hebel in Bewegung gesetzt, um einen Aufenthalt in Deutschland zu ermöglichen“, erinnert sich Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes. Schließlich sei man beim Hof Kreuzheck auf Interesse gestoßen, der Betrieb in Münster-Gievenbeck hat schon vielen jungen Landwirten und Landwirtinnen Aus- und Weiterbildungsperspektiven geboten. 

„Wir hatten bis heute mehr als 12 Auszubildende bei uns auf dem Hof, aber einen Honduraner hatten wir noch nie. Nach kurzer Absprache der Möglichkeiten war für uns klar: Arnaldo kann kommen“, freut sich Schweine- und Rinderhalter Norbert Kreuzheck. Seit rund vier Monaten ist der honduranische Landwirt nun auf dem Hof mitten in Gievenbeck, er arbeitet sowohl im Rinder- als auch im Schweinestall. „In deutschen Ställen steht das Tier absolut im Vordergrund. Mich begeistert hier auf dem Hof jeden Tag aufs Neue, mit welchem landwirtschaftlichen Know-How gearbeitet wird und Betriebsabläufe optimiert sind“, so Junglandwirt Arnaldo Andrade. 

Den fachlichen, aber auch den kulturellen Austausch schätzen Norbert Kreuzheck und Arnaldo Andrade sehr. „Die Sprache ist für uns beide noch eine Herausforderung, aber irgendwie kann man sich immer verständigen“, schmunzelt Betriebsleiter Norbert Kreuzheck. „Wir haben für Arnaldo einen Deutsch-Sprachkurs organisiert. Das Leben und Arbeiten in der Familie und auf dem Hof ist dabei besonders wertvoll, um intensive Einblicke in Traditionen, Sitten und Gebräuche und das landwirtschaftliche Leben und Arbeiten zu bekommen“, freut sich die Präsidentin der Deutsch-Honduranischen Gesellschaft und honduranische Honorarkonsulin Irene Janssen, die sich seinerzeit für den Aufenthalt von Arnaldo Andrade stark gemacht hatte. 

Arnaldo Andrade hat in seiner Freizeit intensiven Kontakt zu einem deutschen Freund, den er bereits während seines Aufenthaltes in den USA kennengelernt hatte. Im September war der Honduraner er eine Woche in Triesdorf zu einem Treffen für Auslandpraktikanten, das vom Deutschen Bauerverband organisiert und betreut wurde. Die Gruppe der jungen Praktikanten trifft sich in regelmäßigen Abständen.
aktualisiert von Maxi, 21.12.2016, 13:57 Uhr
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