DEUTSCH-HONDURANISCHE GESELLSCHAFT e.V.
Presse
09.09.2016, 14:42 Uhr | Stephanie Gorgs Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen
Kardinal Rodríguez Maradiaga zu Gast bei der KatHO NRW

Mit Seiner Eminenz Kardinal Óscar Andrés Rodríguez Maradiaga hat die Katholische Hochschule NRW am vergangenen Dienstag hohen Besuch in Münster empfangen. Die Unterzeichnung einer Partnerschaftsvereinbarung zwischen der Hochschule und der Universität von Tegucigalpa stand hierbei im Mittelpunkt. 
 

Kardinal Óscar Andrés Rodríguez Maradiaga ist Erzbischof von Tegucigalpa, Honduras, und war von 2007 bis 2015 Präsident der Caritas Internationalis. Neben seinen vielen Tätigkeiten als Erzbischof in Honduras sowie in Mittel- und Südamerika ist er zugleich Vorsitzender des Kardinalsrates von Papst Franziskus („K9-Rat“). Anlass für seinen Besuch war es, im Zuge des honduranischen Nationalfeiertags Kontakte für das Land Honduras zu knüpfen, die bei der Bildung von demokratischen Strukturen hilfreich sein können. Die Vertiefung der Beziehungen des kulturellen und wirtschaftlichen Austauschs zwischen NRW, der Bundesrepublik und der Republik Honduras war das Ziel seiner Reise. Auf Initiative der Honorarkonsulin und Vorstandsvorsitzenden der Deutsch-Honduranischen Gesellschaft Irene Janssen besuchte der Kardinal verschiedene Repräsentanten und Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen, zu denen auch die Katholische Hochschule NRW zählt. „Das wichtigste und wirksamste Mittel gegen Armut weltweit und für Frieden und Demokratie ist Bildung“, so der Kardinal während seines Besuchs in der Hochschule. Zusammen mit dem Hochschulrektorat sowie der Geschäftsführung bestand Konsens darüber, dass Frieden und Wohlstand eine funktionierende Wirtschaft brauchen. „Aber“, so der Rektor Prof. Dr. Hans Hobelsberger, „die Wirtschaft braucht ebenso dringend Menschlichkeit. Der Schlüssel hierzu ist die Bildung.“ Und hier kann die KatHO NRW mit ihrem Schwerpunkt im Bereich Sozialwesen punkten. „Die Soziale Arbeit ist eines der Hauptthemen an der KatHO“, erklärte Prof. Dr. Martin Klein, Prorektor für Studium und Lehre und Professor der Sozialen Arbeit, der sich darüber freut, dass „in den letzten Jahren für Deutschland ein starker Trend hin zu mehr Sozialunternehmertum festgestellt wird. Das kann ein wichtiges Modell auch für Honduras sein.“

Während des Arbeitstreffens in Münster zwischen den Vertretern der Katholischen Hochschule NRW, der Honorarkonsulin sowie Kardinal Rodríguez Maradiaga richtete der Kardinal die Grüße des Papstes und die besten Wünsche für die beginnende Partnerschaft der Hochschulen aus. Die zentrale Antwort auf die Herausforderungen wirtschaftlicher Krisen, Armut und Krieg sei langfristig ein umfassendes Bildungskonzept, welches den ganzen Menschen im Blick habe. Die Kooperationsvereinbarung zwischen den beiden Hochschulen soll dazu beitragen, dass nicht nur allein akademischer Austausch gefördert wird, sondern dass darüber hinaus echte Werte für die Gesellschaft beider Länder entstehen.

Die Universität Tegucigalpa ist eine Volluniversität und die größte des Landes. Sie befindet sich in Trägerschaft des Bistums Tegucigalpa und wurde von Kardinal Rodríguez Maradiaga gegründet. Studenten aus ganz Honduras können hier unter anderem Jura, Medizin, Wirtschaftswissenschaften, Theologie und Philosophie studieren. Sie ist für das mittelamerikanische Land mit seinen 8,6 Millionen Einwohnern von entscheidender Bedeutung. Bildung bedeutet ganz konkret für das Land: Förderung und Stabilisierung der Demokratie. Gerade dieses Anliegen teilt die KatHO mit ihrem Ansatz gesellschaftlicher Teilhabe in NRW. „Wir haben versucht, ein Studium im Bereich der Politik in Honduras anzubieten, doch sind gescheitert“, so der Kardinal. In dem von Korruption geprägten Land mangelt es an Vertrauen in die Politik. Sie bietet im Vergleich zu beispielsweise Ökonomie und Jura keine Perspektive.

Besonders intensiv wurde über das Verhältnis von Menschlichkeit und den Herausforderungen des globalen Wirtschaftssystems diskutiert. Spannend ist, dass ein radikaler Wechsel bisheriger Entwicklungspolitik zu beobachten ist. Der Kardinal kennt selbige seit Jahrzehnten als vormaliger Präsident von Caritas International nur zu gut. Zusammen mit der Initiatorin der Partnerschaft Irene Janssen stellte er heraus, dass es von entscheidender Bedeutung sein wird, die Wirtschaft des Landes menschlich zu gestalten, aber das Menschliche und die Demokratie genauso auch wirtschaftlich tragfähig zu entwickeln.

Letztendlich führte das Arbeitstreffen nicht nur zu einem akademischen Austausch, sondern ganz konkret zu angedachten Maßnahmen und Projekten: der gemeinsame Aufbau digitaler Lernplattformen zum Wissenstransfer, Austausch von Personal, Austausch von Studenten zu Studienzwecken und mehr. Der Kardinal, unsere Hochschulvertreter und die Honorarkonsulin vereinbarten eine Besuchswoche in Honduras im Februar 2017. 

aktualisiert von Maxi, 11.09.2016, 20:45 Uhr
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